Nachrichten | 02. Mai 2019

Beruflichen Grundstein gelegt

Von Gerda Oswald
14 Absolventen qualifizierten sich am Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Emmendingen-Hochburg nebenberuflich zur Fachkraft im Weinbau, 24 weitere Teilnehmer für Landbau.
Nach erfolgreichem Abschluss erhielten die neuen Weinbau-Fachkräfte ihre Urkunden.
Nach 15 Monaten Ausbildung neben dem eigentlichen Beruf erhielten 14 Winzer ihre Urkunde zur staatlich geprüften Fachkraft im Weinbau. „Sie haben den Spagat zwischen Beruf und Familie, zwischen Tradition und Moderne geschafft und über den Tellerrand hinausgeschaut. Sie leisten sicht- und genießbare Arbeit”, lobte Martin Schreiner, Dezernatsleiter Ländlicher Raum, der für den Landkreis als Träger der Bildungseinrichtung begrüßte.
Die zusätzliche Ausbildung neben Beruf, Partner, Freunden, Kindern oder Eltern sei eine starke Leistung. Jeder Einzelne habe damit den fachlichen Grundstein für seinen Nebenerwerbsbetrieb gelegt und ein Netzwerk geschaffen, was es zu pflegen und zu nutzen gelte, denn „der Markt ist rau und schwierig”. So wollte Schreiner auch keine Unterschiede machen zwischen konventionell und ökologisch: „Beide können voneinander lernen, wenn sie nur wollen”.
Adrian Bürkle, Klassenlehrer der Weinbauklasse, lobte die 14 Absolventen für deren Durchhaltevermögen. Seine Klasse sei bunt gemischt und könne Erstberufe wie Schauspieler, Polizist, Verfahrenstechniker oder Sommelier aufweisen. Seit dem Start 2005 sei dies der siebte Kurs gewesen und man könne die Ausbildung zur Fachkraft als Selbstläufer bezeichnen. „Bleiben Sie neugierig und bringen Sie sich und Ihr Wissen  aktiv ein”, forderte er die Absolventen auf.
Kerstin Kühnle beschrieb ihre Stimmung: „Zuweilen habe ich meinen Willen verflucht, das zu machen und immer wieder hierher zu kommen.” Es sei neben dem Beruf anstrengend gewesen, doch das gute Miteinander und die neuen Kenntnisse hätten das Ganze aufgewogen.
Schulwein produziert
Im Rahmen der Abschlussfeier stellten Stefan Löffler und Sommelier Marc Kaiser ihren selbst ausgebauten Schulwein, einen Blanc de Noirs, vor. „Jeder brachte so viele Rotweintrauben mit, wie es sein Betrieb zuließ”, erläuterte Kerstin Kühnle. In Wolfgang Löffler hatten sie einen Kellermeister gefunden, der sie beim Ausbau fachkundig unterstützte.
Herausgekommen ist ein fruchtiger Sommerwein. Das Etikett wurde puristisch in schwarz-weiß gehalten, was der Flasche ein modernes, elegantes Aussehen verleiht. Ihrem Lehrer schenkten die Schüler als Dankeschön den ersten Karton der insgesamt 1000 Flaschen.  
Ernst Nickel, Vizepräsident des Badischen Weinbauverbandes, machte den Absolventen Mut. „Die jungen Familien hier haben mich am meisten gefreut. Das ist Zukunft”, versicherte er. Rolf Steiner, Leiter des staatlichen Weinbauinstituts in Freiburg, sagte: „Alle Dozenten und auch ich sind begeistert von eurem Engagement im Nebenerwerb.”
Auch Fachkräfte für Landbau verabschiedet
Mit den Winzern wurden auch 24 Absolventen des Kurses Fachkraft für Landbau verabschiedet. Die Teilnehmer bewältigten die Ausbildung neben ihrem Beruf beispielsweise als Handwerker, aber auch eine Psychologin und ein Musiker waren dabei. Jonas Zimmermann bedankte sich als Klassensprecher bei den Dozenten. „Wir waren eine super Gemeinschaft. Schnell war klar, wer den größten Schlepper, die meisten Tiere, den größten Wald hat”, beschrieb er die unterschiedlichen Betriebsformen. Viele Klassenkameraden würden nun noch den Gesellenbrief „hintendranhängen”. Friedbert Schill vom BLHV bezeichnete den Nebenerwerb als Möglichkeit, dass Landwirtschaft und Weinbau in deren Fläche erhalten bleiben.  
Die neuen Fachkräfte für Weinbau
Ingrid Bechtold (Stäfa/Schweiz), Christian Burghart (Vogtsburg-Oberrotweil), Bernd Christoph, Kerstin Kühnle (Ihringen), Michael Gehmann (Müllheim), Steffen Jakob (Buggingen), Marc Kaiser (Vogtsburg-Burkheim), Stefan Löffler (Ballrechten-Dottingen),  Frank Mößner (Bodman-Ludwigshafen), Fabian Panter (Oberkirch), Markus Reisenberger (Merdingen), Andreas Renz (Wintersweiler), Michael Schmitter (Freiburg), Julian Sexauer (Endingen-Königschaffhausen).