Weinbauverband | 29. April 2020

Biologische Vielfalt wird prämiert

Von Dr. Bernd-Jürgen Seitz, RP Freiburg
Einen Wettbewerb, bei dem Winzer und Landwirte für biologische Vielfalt auf ihrem Betrieb ausgezeichnet werden, hat das Regierungspräsidium Freiburg ausgeschrieben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Bewerben kann man sich bis zum 15. Mai.
Wer im Weinberg auf Biodiversität setzt, kann mit seinem vorbildlichen Handeln Geld gewinnen.
Mit dem Wettbewerb sollen vorbildliche Leistungen von Landwirtinnen und Landwirten gewürdigt werden, die beispielhaft und  umfassend Naturschutz in die Praxis ihres Betriebes einbinden. Der Wettbewerb „Höfe für biologische Vielfalt” beginnt 2020 in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald (inklusive Stadtkreis Freiburg), Waldshut und Lörrach. Er wird in den kommenden Jahren auf alle weiteren Landkreise im  Regierungsbezirk Freiburg ausgedehnt, wie das Regierungspräsidium mitteilt.
Untersuchungen zeigen, dass viele Landwirtinnen und Landwirte grundsätzlich bereit sind, Naturschutzleistungen auf ihren Betrieben zu erbringen. Allerdings fehlen oftmals konkrete Beispiele und Informationen, wie solche Leistungen in den täglichen Betriebsablauf integriert werden können.
Der Wettbewerb will positive Beispiele zur  Integration von biologischer Vielfalt in den Blickpunkt rücken und zur Nachahmung anregen. Gesucht werden Betriebe, die sich mit ihrer gesamten Wirtschaftsweise herausragend für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft einsetzen und deren erfolgreiches Engagement Ansporn und Vorbild für andere Betriebe darstellen soll.
Bewertungskriterien
Der Wettbewerb wurde vom Regierungspräsidium Freiburg initiiert und wird in Zusammenarbeit mit den Landschaftserhaltungsverbänden, den Landkreisen, dem BLHV, dem Badischen Weinbauverband, dem Bund Badischer Landjugend und dem Landesnaturschutzverband durchgeführt. Er will nicht nur bisherige Leistungen der Höfe belohnen, sondern auch nachhaltige Impulse für zukünftige Maßnahmen, Kooperationen zwischen Naturschutz und Landwirtschaft sowie die Kommunikation mit allen Interessengruppen und der breiten Öffentlichkeit anstoßen. Bei der Bewertung werden insbesondere die folgenden Kriterien berücksichtigt:
  • Biologische Vielfalt auf der Betriebsfläche
  • Betriebliche naturschonende Bewirtschaftung
  • Aktive Maßnahmen zur Landschaftsgestaltung
  • Selbstdarstellung und Öffentlichkeitsarbeit in Verbindung mit den Naturschutzmaßnahmen.
Es werden sowohl Betriebe angesprochen, die sich in mehreren Schwerpunkten engagieren, als auch Betriebe, die vorbildliche Einzelleistungen in einem der genannten Schwerpunkte zeigen.
Die fachliche Bewertung erfolgt zunächst anhand eines Bewerbungsbogens, mit dem sich die Betriebe vorstellen und ihre Leistungen im Naturschutz darstellen können. Eine Vorauswahl von Betrieben wird danach besucht. Auf dieser Grundlage ermittelt eine unabhängige Jury die Preisträger. Die Jury ist mit Fachkräften aus den Bereichen Naturschutz und Landwirtschaft besetzt.
Der Wettbewerb ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert, die Preisträger werden in einer herausgehobenen Veranstaltung geehrt und sollen in das Netzwerk „Höfe für biologische Vielfalt” aufgenommen werden, um diese  Beispiele auch nach dem Wettbewerb öffentlichkeitswirksam darzustellen.
Bewerbungsunterlagen, Ansprechpartner und das Faltblatt finden Sie auf der Webseite. Bewerbungsschluss ist der 15. Mai.