Nachrichten | 09. November 2020

Die besten Deutschlands

Von der Redaktion
Badische Betriebe räumten bei der DLG-Bundesweinprämierung mit 16 Auszeichnungen die meisten „Gold-Extra”-Preise ab und sicherten sich mit insgesamt 604 Medaillen hinter der Pfalz den zweiten Platz, gefolgt von Württemberg und Rheinhessen. Zwei Betriebe wurden mit dem Titel „beste Kollektion” geehrt.
Die diesjährige DLG-Bundesweinprämierung musste ohne Feier stattfinden.
Nach fünf Prüfrunden, in denen rund 4000 Weine und Sekte aus allen deutschen Anbaugebieten getestet wurden, vergaben die DLG-Weinexperten insgesamt 62 Gold Extra-, 868 Gold-, 1398 Silber- und 652 Bronze-Medaillen sowie die Auszeichnungen „beste Kollektion” in sieben Kategorien. Darüber hinaus wurden  am 3. November (nach Redaktionsschluss) Bundesehrenpreise für Wein und Sekt und die damit verbundenen Titel „Winzer des Jahres” und „Sekterzeuger des Jahres” verliehen sowie die Nachhaltigkeitsranglisten Top 100 und Top 10 bekanntgegeben.
Baden vorne
Die Affentaler Winzer siegten in der Kategorie „Beste Kollektion Rotwein trocken”.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die „Gold Extra”-Preisträger, bei denen die Badener mit 16 Auszeichnungen in diesem Jahr für die meisten Weine und Sekte  prämiert wurden. Es folgen die Pfalz und Rheinhessen mit jeweils 13 sowie Württemberg mit 11 „Goldenen DLG-Preisen Extra”. Die meisten Auszeichnungen für Weine und Sekte insgesamt erzielten mit 1041 Prämierungen die Winzer aus der Pfalz, gefolgt von Baden (604), Württemberg (402) und Rheinhessen (388).
Aufgeschlüsselt nach Medaillen errangen badische Erzeugerbetriebe 164 Goldene und 277 Silberne DLG-Preise für Wein. Die Ergebnisse für Sekt: Zwei mal „Gold-Extra” für die Winzergenossenschaft Britzingen, 17-mal Gold (8× Badischer Winzerkeller Breisach, 3× WG Buchholz/Sexau, 2× Sasbacher Winzerkeller,  2× Staatsweingut Karlsruhe-Durlach, 2× Sektkellerei Emil Schweikert, Niefern-Öschelbronn), 16-mal Silber.
Grund zur Freude haben zudem die Affentaler Winzer in Bühl, die in der Kategorie Beste Kollektion „Rotwein trocken” siegten. Die Auszeichnung beste Kollektion „Im (Barrique-)Fass gereift, trocken” ging an die Waldulmer Winzergenossenschaft in Kappelrodeck. 
Fokus auf Klassiker
Die „Beste Kollektion (Barrique-)Fass gereift, trocken” kommt von der Waldulmer Winzergenossenschaft.
Im Prämierungsjahr 2020 standen die 2019er Weißweine und Rotweine des Jahrgangs 2018 im Fokus – insbesondere klassische Rebsorten, wie Riesling, Weiß-, Grau- und Spätburgunder. Auch aromatische Rebsorten wie Gewürztraminer, Scheurebe und Muskateller erfreuen sich weiterhin hoher Beliebtheit bei den Weinkonsumenten und wurden den Prüfern zahlreich vorgestellt.
Die Rotweine des 2019er Jahrgangs reifen teilweise noch in den Kellern der Erzeuger, ei-
nige konnten jedoch bereits einen vielversprechenden Vorgeschmack geben, so die DLG. Es handele sich um kräftige, aromatische und vollreife Rotweine mit viel Fülle, die durch die südländischen Klimabedingungen optimal heranreifen konnten. 
In kraftvollen Rotweincuvées zeige sich das Geschick der Kellermeister für harmonisch abgerundete Kreationen – häufig aus Cabernet-Sorten oder Merlot. Zwei von drei Sonderpreisen hierfür gingen nach Baden an den Winzerkeller Hex vom Dasenstein (Platz 1) und die WG Britzingen (3).
Neuer Sonderpreis „Nachhaltige Pioniere”
Weiter auf dem Vormarsch seien pilzwiderstandsfähige Rebsorten wie Cabernet Blanc, Johanniter, Saphira, Solaris oder Muscaris. Diese häufig noch wenig bekannten Sorten zeigten in der Verkostung vielfach sehr gute Qualitäten und seien beispielhafte Pioniere für nachhaltigen Weinbau, erklärte die DLG.
Unter 86 angestellten Weinen wurde erstmals der neue Sonderpreis „Nachhaltige Pioniere”  vergeben. Für Baden errang die Winzergenossenschaft Rammersweier für ihren 2019er Solaris einen der insgesamt 24 Goldenen Preise. Die weiteren Auszeichnungen gingen an die Pfalz (10), Rheinhessen (6), Saale-Unstrut (3), Sachsen (2), Mosel (1) und die Hessische Bergstraße (1).
Ergebnisse spiegeln Weinjahrgang wider
Laut Einschätzung der sensorischen Sachverständigen brachte der Weinjahrgang 2019 bei eher moderaten bis teilweise unterdurchschnittlichen Erntemengen hervorragende Qualitäten hervor. Dies spiegele sich deutlich im hohen Anteil an Gold-Medaillen wider.
Aus dem erneut sehr heißen, trockenen Jahr seien aromatische, frische und harmonische Weine mit lebendiger Säure und angenehmer Dichte hervorgegangen. Im Weinberg habe man viele Sonnenbrandschäden,  im Gegenzug aber weniger Schädlinge und Rebkrankheiten verzeichnet. Gesundes Lesegut habe somit die Basis für nahezu alle Qualitäten bereitet, für Eiswein hätten die Witterungsbedingungen hingegen nur punktuell gestimmt.
Im Rahmen der DLG-Prämierung wurde auch wieder der Berufsnachwuchs gekürt. Die Titel gingen an David Spies aus Rheinhessen und Julia Oswald, ebenfalls  aus Rheinhessen – sie absolvierte einen Teil ihrer Ausbildung beim Weingut Klumpp in Bruchsal. Drittplatzierte wurde Vera Keller aus der Pfalz.
Online-Veröffentlichung statt Prämierungsfeier
Die öffentliche Preisverleihung zur DLG-Bundesweinprämierung 2020 musste ausfallen. Stattdessen beschränkt sich das Testzentrum Lebensmittel der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) auf die Veröffentlichung der Ergebnisse im Internet. Die Sieger in allen Kategorien, die Ehrenpreisträger und die Top 100 und Top 10, können ab 3. November hier nachgelesen werden.