Nachrichten | 05. April 2016

Etikett zeigt die Temperatur

Von Thomas Güntert
„Gute Weine sind zu schade, um sie mit der falschen Temperatur zu trinken”, betont der 71-jährige Gerd Arnold aus Wutöschingen-Schwerzen. Er hat eine spannende Erfindung gemacht.
Der Pensionär Gerd Arnold aus Wutöschingen-Schwerzen hat eine Temperatur-Sensorfolie erfunden, die auf der Flasche die Temperatur des Weines anzeigt.
Der selbständige Maschinenbautechniker, der sich mit Feuchtemessgeräten und vollautomatischer Produktionssteuerung für Betonanlagen einen Namen gemacht hatte, ging vor vier Jahren in den Ruhestand, doch sein Erfindergeist ist geblieben. Da er von handelsüblichen Manschetten, die man zur Temperaturmessung des Weines um die Flasche klemmt, nicht viel hält, hat er die Vinotherm Sensorfolie entwickelt. Mit einem hochsensiblen Digitaltemperaturfühler hat er die Temperatur eines gekühlten Weins in der Flasche gemessen und das passende Flüssigkristall zugeordnet, das sich genau bei der gleichen Temperatur grün verfärbt. In der Versuchsreihe, bei der er von seinem Sohn Philipp, der Diplom-Physiker ist, unterstützt wurde, entwickelte er eine Sensorfolie mit zehn verschiedenen Flüssigkristallen, die eine Temperaturskala von sechs bis 24 Grad abdeckt. Die einheitlichen Temperaturfühlerstreifen werden auf Papierrollen aufgeklebt, damit sie mit den handelsüblichen Etikettiermaschinen ohne Mehraufwand auf die Weinflasche aufgebracht werden können. Gerd Arnold hat die Vinotherm-Sensorfolie patentrechtlich schützen lassen. Mit der Winzergenossenschaft Moselland in Bernkastel-Kues wurde eine Versuchsserie mit 20000 Thermostreifen gefahren. Nachdem keine Reklamationen kamen, lässt Arnold sein Produkt in jeder gewünschten Stückzahl produzieren. Der Pensionär genießt es, seine neueste Erfindung ohne Druck auf den Markt zu bringen.