Weinbauverband | 01. April 2021

Ein Bilderbuch-Jahrgang

Von der Redaktion / Petra Littner
Der Badische Weinbauverband präsentierte die Frühlings- und Sommerweine des Jahrgangs 2020. Ausgeprägte Frische und Fruchtigkeit kennzeichnen die aktuellen Spezialitäten.
Eine Goldmedaille kennzeichnet die prämierten Frühlings-/Sommerweine.
Anders als gewohnt konnte der Badische Weinbauverband die prämierten Frühlings- und Sommerweine des Jahrgangs 2020 in diesem Frühjahr nicht im Rahmen einer Pressekonferenz mit anschließender Verkostung vorstellen. „Das ist umso bedauerlicher, wenn man um die ausgezeichnete Qualität des aktuellen Jahrgangs weiß. In meinem gesamten Berufsleben kann ich mich an nur wenige Jahrgänge erinnern, die aus Sicht des Winzers so unkompliziert waren wie 2020”, erklärt Verbandsgeschäftsführer Peter Wohlfarth.
„Wenn es überhaupt etwas an diesem Bilderbuchjahrgang zu mäkeln gibt, dann nur, dass wir von den ausgezeichneten 2020ern etwas weniger Menge haben werden als in durchschnittlichen Jahren.” Weine, die bei der Badischen Weinprämierung eine Medaille erhalten, sind von bester Qualität.
Der Anspruch daran ist hoch. Nur wenn ein Wein die Goldmedaille der Badischen Gebietsweinprämierung erhalten hat, darf er sich zur „Spitze der Badischen Frühlings- und Sommerweine” zählen. Zugelassen waren wiederum Weißweine, Roséweine und Spätburgunder Weißherbste mit einem maximalen  Alkoholgehalt von 12,5 % Vol.
Ideale Traubenqualität
Das hochsommerliche Wetter unmittelbar vor der Weinlese hatte zu einer Konzentration am Rebstock und somit zu einer natürlich bedingten Ertragsreduktion geführt. Allerdings bescherten die nahezu idealen Vegetationsbedingungen den Winzern auch ausgesprochen gesundes und reifes Lesegut. Somit sind die Erwartungen an die 2020er Weine zu Recht hoch.
Wie vielversprechend der Jahrgang tatsächlich ist, zeigen die Ergebnisse der nunmehr 18. Frühlings- und Sommerwein-Verkostung: Von 95 Weinen, die zur Verkostung angestellt wurden, dürfen sich 58 zur Spitze der Badischen Frühlings- und Sommerweine zählen. Sechs Weine erreichten die Traumpunktzahl 4,6 (von 5). Weitere drei 2020er haben mit 4,55 Punkten die Spitze nur um einen Hauch verfehlt.
Die Hitliste der Sorten führen in diesem Jahr der Müller-Thurgau beziehungsweise Rivaner an, gefolgt von Gutedel und Riesling. Ganz vorne mit dabei sind auch weiße Cuvées und Roséweine.
Verfügbarkeit begrenzt
Wohlfarth empfiehlt: „Wer sich von der Qualität unserer animierenden Weiß- und Roséweine überzeugen möchte, der sollte nicht zu lange warten, sich mit einem Vorrat einzudecken.” Schließlich sei die verfügbare Menge der prämierten Frühlings- und Sommerweine begrenzt und der Durchschnittskonsum pro Haushalt im zurückliegenden Jahr leicht gestiegen.
Die Weinmenge der insgesamt 58 ausgezeichneten Frühlings- und Sommerweine des Jahrgangs 2020 beläuft sich auf fast 700 000 Liter, also auf fast eine Million Flaschen. Mit lediglich rund 1,10 Mio. hl ist die Weinmosternte 2020 allerdings deutlich geringer ausgefallen als 2019 (ca. 1,25 Mio. hl). Entsprechend liegt der Durchschnittsertrag von 70,5 hl/ha  im Jahr 2020 deutlich unter dem langjährigen Mittel (77,1 hl/ha). Darauf lässt sich auch die geringere Zahl der 95 Anstellungen zurückführen, die im Vorjahr noch bei 110 lag.
Spitzenweine
Mit hervorragendem Charakter überzeugten die Cuvée aus Rivaner und Muskateller Qualitätswein trocken der Opfinger Winzer, der Sauvignon Blanc Qualitätswein trocken des Kappelrodecker Winzerkellers Hex vom Dasenstein, der Riesling Kabinett trocken der Alde Gott Winzer in Sasbachwalden, der Auxerrois Kabinett trocken des Weinguts Ackermann in Schmieheim, der Rote Gutedel Qualitätswein trocken des Weinguts Löffler in Staufen-Wettelbrunn und der Sauvignon Blanc Qualitätswein trocken des Weinguts Nägelsförst in Baden-Baden-Varnhalt. Diese sechs Weine erhielten jeweils 4,6 Punkte, gefolgt von  weiteren saisonalen Spezialitäten wie Rosé, Weißburgunder, Silvaner oder auch Scheurebe. Rund 83 % der ausgezeichneten Weine sind im Übrigen trocken ausgebaut, im Vorjahr waren es knapp 80 %.