Fachliches | 02. März 2017

Führerschein für Kleintransporter und Klein-Lkw nur noch befristet

Von Friedrich Ellerbrock, Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd
Erhebliche Änderungen haben sich zum Ende des Jahres 2016 kurzfristig für Inhaber von Führerscheinen für Kleintransporter und Klein-Lkw ergeben.
Die betroffenen Fahrerlaubnisklassen C1 und C1E werden ab sofort grundsätzlich auf fünf Jahre befristet und anschließend nur nach Vorlage der Bescheinigung einer Gesundheitsprüfung verlängert. Betroffen sind – auch rückwirkend – Führerscheine der genannten Klassen, die ab dem 19. Januar 2013 erstmals ausgestellt wurden.
Die Klasse C1 gilt für Kraftfahrzeuge mit 3500 bis 7500 kg Gesamtmasse. Inhaber der Klasse C1E dürfen dabei auch einen Anhänger mit zulässiger Gesamtmasse von mehr als 750 kg mitführen, wobei die Gesamtmasse der Kombination von Lkw und Anhänger insgesamt nicht mehr als 12000 kg betragen darf. Wer versäumt, den Führerschein zu verlängern, begeht einen erheblichen Verstoß, der als Fahren ohne Führerschein gewertet wird.
Zu erkennen ist das Datum der Ausstellung der jeweiligen Klasse im Führerschein in Spalte 10 auf der Rückseite des Kartenführerscheins.
Auswirkungen auf verschiedene Fallgestaltungen:
  • Inhaber älterer Führerscheine der „alten” Klasse 3,  die heute auch den Geltungsbereich der Klassen C1 und C1E umfasst, sind nicht betroffen. Aufgrund des weiten Bestandsschutzes greift auch zukünftig nicht die Verlängerungspflicht ab dem 50. Lebensjahr.
  • Wer Führerscheine der Klassen C1 und C1E vor dem 19. Januar 2013 erworben hat, ist nicht betroffen. Die regelmäßige Gesundheitsprüfung und Führerscheinverlängerung werden erst mit Erreichen des 50. Lebensjahres notwendig (ab dann alle fünf  Jahre).
  • Betroffen sind Besitzer von Führerscheinen der Klassen C1 und C1E, die diese seit dem 19. Januar 2013 erworben haben bzw. künftig erwerben. Hier steht alle fünf Jahre (nach Führerscheinerwerb und dann jeweils nach der letzten Verlängerung) die  Gesundheitsprüfung als Voraussetzung für die Verlängerung an. Selbst wenn  im Führerschein eine Befristung auf den Ablauf des 50. Lebensjahres steht, verliert er seine Gültigkeit nach fünf Jahren. Die ersten Betroffenen müssen die Vorgaben also bis Januar 2018 erfüllen.
  • Bei den Führerscheinen C und CE („großer” Lkw-Führerschein) ändert sich ebenfalls nichts, hier war ohnehin schon ein fünfjähriges Verlängerungsintervall ab dem Führerscheinerwerb vorgeschrieben.
  • Wer Fahrzeuge von mehr als 3,5 Tonnen Gesamtmasse fahren will, die ausdrücklich zur Personenbeförderung gebaut und ausgelegt sind, braucht jetzt die Klasse D1 („kleiner” Busführerschein).
Grund für die Änderung ist der Druck der EU-Kommission auf Deutschland, das deutsche Führerscheinrecht sei nicht ausreichend an EU-Recht angepasst worden. Unternehmer sollten also sich und auch ihre Mitarbeiter darauf überprüfen, ob sie möglicherweise von dieser Änderung betroffen sind, und im Zweifel Auskunft bei der zuständigen Führerscheinstelle einholen.