Nachrichten | 12. Dezember 2018

Klare Mehrheiten für die Fusion

Von der Redaktion
Mit deutlichen Mehrheiten haben dieser Tage beide Mitgliederversammlungen für die Verschmelzung des Winzerkellers Hex vom Dasenstein eG mit der Oberkircher Winzer eG gestimmt.
Die maßgeblichen Personen bei der Oberkircher Winzer eG nach der Verschmelzung (von links): Zweiter stellvertretender Vorstandsvorsitzender Hubert Vogt, Geschäftsführender Vorstand Markus Ell, Vorstandsvorsitzender Franz Männle und erster stellvertretender Vorstand Alois Huber.
Die Fusion tritt rückwirkend zum Beginn des Geschäftsjahrs am 1. Juli 2018 in Kraft. Im Rahmen der Versammlungen wurden auch die Vertreter für die Gremien der vergrößerten Oberkircher Winzer eG gewählt, heißt es in einer Pressemitteilung der beiden Genossenschaften.In der Versammlung in Kappelrodeck stimmten in geheimer Wahl 85 % der 167 anwesenden Mitglieder für die Fusion. Bei der Oberkircher Winzer eG votierten bei der Versammung in Haslach 88 % der Mitgliedswinzer für die Verschmelzung.
Die Zusammenlegung beider Betriebe zu einem neuen Betrieb mit einer Größenordnung von dann 672 Hektar soll schrittweise erfolgen. Eine Kooperation läuft schon im sechsten Jahr. Steigender Wettbewerbsdruck, steigende Kosten und der Strukturwandel im Handel sind Antriebe für die Fusion, mit der die Rebflächen im Acher- und Renchtal erhalten werden sollen. Alle Mitglieder werden künftig mit ihren gesamten Rebflächen Mitglieder des Gesamtunternehmens. 
Der Gesamtvorstand besteht künftig aus fünf Vorständen, davon ein Hauptamtlicher, nämlich Markus Ell. Vorstandsvorsitzender ist Franz Männle. Alois Huber aus dem Winzerkeller Hex vom Dasenstein wurde zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende in Oberkirch, Hubert Vogt, wurde von der Versammlung zum zweiten Stellvertreter gewählt.
Zwingend
Der Aufsichtsrat besteht aus zwölf Mitgliedern, vier davon kommen aus Kappelrodeck; gewählt wurden Georg Baßler, Mathias Baßler, Armin Baßler und Klemens Schnurr. Im Verschmelzungsvertrag ist geregelt, dass der Standort Kappelrodeck mit Keller unter Leitung von Kellermeister Alexander Spinner, Traubenannahme, Barverkauf sowie Verkaufs- und Veranstaltungsräumen erhalten bleibt. Ebenso bleiben die Marke „Hex vom Dasenstein” und das Weingut Villa Heynburg erhalten.
Durch künftige Kosteneinsparungen versprechen sich die Mitglieder eine hohe Effizienz für das Gesamtunternehmen. Der bisherige Vorstandsvorsitzende des Winzerkellers Hex vom Dasenstein, Alois Huber, bezeichnete vor der Versammlung in Kappelrodeck den Zusammenschluss als „ideale Zukunftsperspektive und wegweisenden Schritt.”
Vorstandsvorsitzender Franz Männle sprach von einem „historischen Moment”. Angesichts der Entwicklungen am Markt sei es zwingend, dass man enger zusammenrücke. „Die Landschaft in der Genossenschaftsszene wird sich schneller verändern, als es uns vielleicht bewusst ist. Dieser Prozess wird sich in den nächsten Jahren deutlich beschleunigen”, sagte Markus Ell.
Mehr Druck
Im Verlauf der beiden Generalversammlungen waren auch die Geschäftsergebnisse für das Jahr 2017/2018 beleuchtet worden. Demnach hat die Oberkircher Winzer eG mit einem Umsatz von 13,2 Millionen Euro eine neue Rekordmarke gesetzt. Verkauft worden sind 3,7 Millionen Liter Wein und Sekt, was einer Steigerung von 9,3 % entspricht. Die „Collection O” erweist sich weiter als Verkaufsschlager.
Durch die große Weinernte 2018 wächst der Druck am Markt. „Es muss immer mehr geleistet werden, um bestehende Umsätze zu halten”, betonte Markus Ell. Auch beim Winzerkeller Hex vom Dasenstein liegt der Umsatz mit 6,3 Millionen Euro weiter im Aufwind.
Insgesamt wurden 1,7 Millionen Liter Wein und Sekt abgesetzt. Als besonders zugkräftig erwiesen sich die Neuprodukte Karat weiß, Karat Rosé und Amour weiß. Sie hatten dem Unternehmen ab April 2017 „hervorragende Umsätze” beschert, wie Geschäftsführender Vorstand Marco Köninger sagte. Mit dem Bundesehrenpreis in Silber sowie einem Landesehrenpreis geht das aktuelle Jahr als eines der erfolgreichsten Prämierungsjahre in die Geschichte des Winzerkellers ein. Auch die Oberkircher erhielten einen Bundesehrenpreis und kamen mit dem Preis für den besten Chardonnay der Welt von der AWC Vienna nach Hause.