Nachrichten | 17. Mai 2019

Hefe im Weltall

Von der Redaktion
Was passiert mit einer Hefekultur, wenn sie ins Weltall fliegt? Diese Frage möchte ein Team vom BierProjekt Landau zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Weincampus Neustadt beantworten.
Dominik Rödel, Produktionsleitung Genossenschaftsbrauerei BierProjekt Landau, und Dr. Friederike Rex bearbeiten bereits gemeinsame Projekte zur Hefe. Gemeinsam mit Dr. Jens Hauslage vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt stellten sie sich die Frage, welche Rolle die Hefen bei der lebenswichtigen Versorgung der Menschen mit Vitamin B12 bei einer Besiedelung des Weltalls einnehmen könnte. Da die Hefe auch in der Weinbereitung eine zentrale Aufgabe übernimmt, konnte der Weincampus Neustadt für das Projekt gewonnen werden.
Danach muss die Hefe in den Wein
Geplant ist konkret, im Juni 2019 mit der ATEK-Mission eine Höhenforschungsrakete in Schweden ins All zu schießen. Die Rakete wird dabei eine Steighöhe von ca. 260 Kilometern erreichen (zum Vergleich Höhe der ISS: 408 km) und etwa 6 Minuten schwerelos sein. So kann der Einfluss der Schwerelosigkeit untersucht werden, wie in diesem Fall auf die Hefe. Dafür wird am Weincampus Neustadt ein selbst isolierter Hefestamm, der im Herbst zur Weinbereitung genutzt wurde, vermehrt und für den Flug präpariert.
Eine preiswerte Methode, um die Auswirkungen von Beschleunigung, Strahlung und die Schwerelosigkeit des Fluges auf das Genom der Hefe zu untersuchen, ist die anschließende Verwendung der Hefe in der Praxis. Nach Landung und Bergung der Rakete werden neben ersten molekularbiologischen Untersuchungen zur Identifikation von Änderungen im Genom der Hefe kleine Mengen Wein und Bier mit dem der Weltraum-Einflüssen ausgesetzten Hefestämmen vergoren, verglichen und sensorisch bewertet. Um hier eine über möglichst große Testgruppe zu verfügen, wird am Tag der offenen Tür am Weincampus Neustadt am 1. September 2019 unter Laborbedingungen eine Blindverkostung mit den Besuchern durchgeführt.