Nachrichten | 31. October 2019

Die 90 und die 40 gefeiert

Von Herbert Trogus / red
Die WG Achkarren hatte gleich zwei Gründe zu feiern: Die Genossenschaft blickte auf ihr 90-jähriges Bestehen und veranstaltete zum 40. Mal das Weinwochenende.
Bürgermeister Bohn, Bereichsweinprinzessin Lea Tritschler, Geschäftsführer Denis Kirstein und Vorstandsvorsitzender Michael Kunzelmann eröffneten das Fest (von links).
Mitten in der Weinlese feierte das Kaiserstühler Winzerdorf Achkarren vom 3. bis 6. Oktober 2019 das 90- jährige Bestehen seiner Winzergenossenschaft sowie das 40. Weinwochenende. Rund um die WG gab zu erlesenen Tropfen und kulinarischen Genüssen ein abwechslungsreiches Programm.



 
Weine gut inszeniert
Zum Auftakt fand am Donnerstagabend eine festliche Weinprobe statt. Die Kellermeister Christoph Rombach, Mathias Zimmermann, Thomas Kreuz und Weinbautechniker Patrick Engist sowie die Weinprinzessin für die Bereiche Kaiserstuhl und Tuniberg, Lea Tritschler, beschrieben die ausgewählten Spezialitäten, darunter ein Ruländer aus dem  Jahrgang 1979, der nach 40 Jahren eine erstaunliche Aromatik an den Tag legte. Im Hintergrund sorgte derweil Kellermitarbeiter Matthias Kunzelmann für den reibungslosen Ablauf der umfangreichen Probenfolge.
Das Kellerteam stellte gemeinsam edle Tropfen in einer Weinprobe vor (von links): Matthias Kunzelmann, Patrick Engist, Christoph Rombach, Mathias Zimmermann und Thomas Kreuz.


Neuheiten kamen an
Bei der Eröffnung am Nachmittag hatten die Festgäste eine der drei Neuheiten verkostet: einen Pinot Noir, der am Schlossberg reifte und nun mit dem Namen „Hand in Hand” auf den Markt kam. Geschäftsführer Denis Kirstein regte damit an, auch die beiden weiteren Erzeugnisse zu probieren − die Rotwein-Cuvée „Vulkankracher” und den Meisterwein „Sommernachtströpfchen”, den Kellermeister Thomas Kreuz anlässlich seiner Abschlussprüfung kreiert hatte. Nicht zuletzt sollte man nicht verpassen, den Jubiläumswein, einen Graubugrunder aus der Premiumlage vom Schlossberg mit dem mineralischen Profil des Vulkangesteins, zu verkosten.
Rückblickend erinnerte Kirstein an die Gründung der Genossenschaft vor 90 Jahren, mit der 16 Winzer den Grundstein für das heutige Unternehmen legten. Das sei damals nicht selbstverständlich gewesen, denn das finanzielle Risiko sei enorm gewesen, so der WG-Geschäftsführer. Heute bewirtschaften 299 Mitgliedswinzer insgesamt rund 190 Hektar Rebfläche am Schlossberg und Castellberg, auf denen vor allem Burgundersorten gedeihen.
Neuheiten weckten das Interesse der Festbesucher.

 
Grußworte und Denkanstoß
Bürgermeister Benjamin Bohn gratulierte in seinem Grußwort den Achkarrer Winzerinnen und Winzern  zum 40. Weinwochenende. Sein Dank galt den vielen Helfern, die wiederum zum Gelingen des Fests beitrugen. Besorgnis untermalte jedoch seinen Appell, mit dem  er auf das für die Winzer existenzbedrohende Volksbegehren hinwies.
Bereichsweinprinzessin Lea Tritschler verstand es sodann trefflich, zum Weingenuss überzuleiten: „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken”, sprach sie und erhob gemeinsam mit Hunderten Zuschauern das Glas, bevor ihr der Vorstandsvorsitzende der WG, Michael Kunzelmann, einen herbstlichen Blumenstrauß überreichte. 
Weinreise mit Freunden
Als weiteres Highlight sollte sich die kulinarische Weinnacht  erweisen, bei der zu einem Fünf-Gänge-Menu der Achkarrer Krone korrespondierende Weine der WG Achkarren und von befreundeten Weinbaubetrieben gereicht wurden. Mit dabei waren Weine der Oberkircher Winzer, der Rötiberg Kellerei (Schweiz)  und der Kellerei Kaltern (Südtirol), präsentiert von den jeweiligen Vertretern.
Kulinarisch trugen während der Festtage auch der örtliche Sportverein und der Kirchenchor feine Leckereien vom herzhaftem Zwiebelkuchen bis zu selbstgebackenen Kuchen bei. Darüber hinaus sorgte ein vielseitiges Rahmenprogramm für Kurzweil. Neben Unterhaltungs- und Tanzmusik an allen Tagen wurden Spiele für Kinder und ein Bingo sowie Kellerführungen und Weinproben geboten. Der Festsonntag begann mit einem Erntedank-Gottesdienst in der Dorfkirche. Anschließend startete der  vierte Schlossberglauf für jedermann, bei dem attraktive Preise winkten. Lange Warteschlangen bildeten sich an der Haltestelle für die Traktorfahrten durch die Achkarrer Reben. Der Schlossberg war darüber hinaus Kulisse für eine atemberaubende Hochseil-Show, bei der Falko Traber mit dem Motorrad sowie Anna Traber am schwankenden Mast in 52 Metern Höhe akrobatische Meisterleistungen vollbrachten.