Nachrichten | 05. September 2019

Hundert Prozent Kaiserstuhl

Von Petra Littner
Weinerzeuger vom Kaiserstuhl präsentierten ihr erstes Gemeinschaftsprojekt: Unter der Dachmarke Pino Magma ist der erste Jahrgang mit 14 Weinen seit 1. September im Verkauf.
Innerhalb kurzer Zeit haben die Akteure aus den Reihen der Kaiserstühler Weinerzeuger das Konzept der gemeinsamen Dachmarke auf den Weg gebracht.
Jeder Wein folgt einer bestimmten Richtlinie und hat doch eine individuelle Handschrift: Wo Pino Magma draufsteht, ist eine Cuvée aus Weißburgunder und Grauburgunder drin − garantiert vom Kaiserstuhl, schmeckbare Herkunft, Erzeugerabfüllung. 14 Weinbaubetriebe vom Kaiserstuhl haben sich dem Gemeinschaftsprojekt angeschlossen und nun den ersten Jahrgang des lizensierten Weißweins vorgestellt.
Als Kulisse für die Präsentation hatten die Initiatoren Thomas Weiler, Geschäftsführer  der WG Bischoffingen-Endingen, und Kolja Bitzenhofer, Marketingleiter beim Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg, den bekannten Aussichtspunkt „Auf Eck” – auch „Texas-Pass” genannt – gewählt. An wohl kaum einem anderen Ort als hier, wo die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen aufeinandertreffen, die Rebterrassen und der Fernsehturm markante Wahrzeichen sind, wird Badens größter  Anbaubereich deutlicher als Einheit wahrgenommen. In dem Markenwein soll dies nun auch zum Ausdruck kommen. Als Botschafter für die Kaiserstühler Weinkultur sozusagen, mit einem klaren Qualitätsversprechen.
Premium-Burgunder„Vollendete Weißwein-Eleganz vom Vulkan” lautet der selbstbewusste Slogan, mit dem der im Holzfass trocken ausgebaute Premium-Burgunder „Pino Magma” auf Siegeszug geschickt wird.
Champagne und Barolo zum Vorbild
Zur Vor-Premiere hatten die Vertreter der Erzeugerbetriebe eingeladen: Badischer Winzerkeller Breisach, Winzerverein Oberrotweil, Sasbacher Winzerkeller, Staatsweingut Freiburg, die Winzergenossenschaften Jechtigen-Amoltern, Bischoffingen- Endingen, Königschaffhausen-Kiechlinsbergen und Oberbergen sowie die Weingüter Abril (Bischoffingen), Schätzle (Schelingen) und Ambs (Bötzingen), Hiss, Kiefer, Köbelin (Eichstetten) und Schmidt (Bischoffingen).
Der Panoramablick machte es leicht, das erklärte Ziel zu begreifen: „Der Kaiserstuhl gehört zu den von Natur aus begünstigten Anbauregionen für Burgundertrauben. Das wollen wir mit einem charaktervollen Weißwein, dem Pino Magma, würdigen und für Genießer erlebbar machen”, betonte Kolja Bitzenhofer, der in der neu gegründeten Genossenschaft zusammen mit Thomas Weiler den Vorsitz hat.
Weiler bezeichnete Gebiete wie die Champagne und oder das Barolo, die auf eine einzige Sorte setzten und damit weltbekannt wurden, als seine Vorbilder. Nach ersten Gesprächen im Januar 2018 sei es ganz schnell gegangen: Strategie und Konzept wurden erarbeitet, Markenrechte gesichert und in nur drei Monaten die Bildmarke und das Logo entwickelt sowie Werbematerial produziert.
Der Verkaufsstart  für die ersten 40 000 Flaschen fiel auf den 1. September 2019, an dem in Breisach das Bereichsweinfest gefeiert wurde und somit die ersten Kostproben um Mitternacht von den  Festbesuchern begutachtet wurden.
Zwei Weinkategorien
14 Betriebe mit je einem Wein zählen zu den Pionieren der gemeinsamen Marke Pino Magma.
Künftig wird es den Wein in zwei Qualitätsstufen geben: ‚Pino Magma‘ mit einjähriger Reife und 13 Volumenprozent Alkohol sowie den ‚Pino Magma Réserve‘, der zwei Jahre im Holzfass veredelt wurde und voraussichtlich 2020 auf den Markt kommt (13,5 %vol.).
Man hoffe, dass sich noch mehr Betriebe der Pino Magma eG anschließen, unterstrichen die Initiatoren. Wer die Marke Pino Magma in sein Sortiment aufnehmen möchte, müsse aber nicht Mitglied sein, sondern könne auch Lizenznehmer werden. Für Ausbau, Marketing und Vertrieb sei jeder schließlich selbst verantwortlich.  
Die neue Qualitätsmarke des Kaiserstuhls soll sich von der Masse abheben und das Profil des Kaiserstuhls schärfen, so die Gründer.