Weinbauverband | 06. July 2017

Sympathische Repräsentantinnen

Von Petra Littner
Die 68. Badische Weinkönigin heißt Franziska Aatz und kommt aus dem Markgräflerland. Mit ihr amtieren für die Saison 2017/18 als Weinprinzessinnen Katharina Kammerer vom Bodensee und Kim-Lucy Rutz vom Kaiserstuhl.
Die Badischen Weinhoheiten 2017/18 sind (v.l.) Katharina Kammerer, Franziska Aatz (Weinkönigin) und Kim-Lucy Rutz
Die Spannung stieg am 23. Juni im  Konzerthaus in Freiburg spürbar an, bis Peter Wohlfarth, Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbands, endlich den Namen der just gewählten Badischen Weinkönigin 2017/18 bekannt gab: Die 27-jährige Franziska Aatz aus Münstertal (Markgräflerland) konnte ihr Glück kaum fassen, als der Applaus im Publikum losbrach. Der Beifall galt freilich auch Katharina Kammerer, 26 Jahre, aus
Stetten (Bodensee) und Kim-Lucy Rutz, ebenfalls 26 Jahre, aus Endingen-Kiechlinsbergen (Kaiserstuhl). Die drei jungen Damen werden nun ein Jahr lang die badischen Weine und Sekte und die Winzerschaft repräsentieren. 
Mit Fachwissen überzeugt
Für den Titel mussten sich die neuen Hoheiten freilich zunächst qualifizieren. In einer Vorrunde überzeugten sie die 31-köpfige Jury aus Vertretern der Wein- und der Medienbranche, aus Politik und Wirtschaft unter anderem mit fachlichem Wissen, der Vortragsweise und ihrer Ausstrahlung. Gegen insgesamt sechs Kandidatinnen hatten sich Franziska Aatz, Katharina Kammerer und Kim-Lucy Rutz dabei durchgesetzt, um kurz darauf vor einem größeren Publikum weitere Fragen rund um Weinbau, Kellerwirtschaft und Weinmarkt zu beantworten. Souverän erklärten die angehenden Hoheiten beispielsweise außergewöhnliche Ausbaustile in Beton-Ei oder Amphore, warum der Konsument ihrer Meinung nach für Weine aus Steillagen mehr bezahlen muss und wodurch sich Roséweine von Weißherbst unterscheiden. Ebenso sattelfest zeigten sie sich in der Erläuterung der Herkunft von Farb- und Gerbstoffen in Rotwein und von Fachbegriffen wie „Spontangärung” sowie der Erkennung von Gegenständen aus dem Weinbau.
Die angehenden Hoheiten mussten auch Werkzeuge aus dem Weinbau erklären.

Viele Aufgaben warten
Rund 200 Termine kommen nun auf Franziska Aatz zu, bei denen sie zum Beispiel Winzerfeste eröffnen, Weinproben moderieren und die badischen Tropfen auf Fachmessen im In- und Ausland vorstellen wird. Erfahrungen darin sammelt die gelernte Hotelfachfrau mit ihrem Amt als Markgräfler Bereichsweinprinzessin, das sie noch bis zum Weinfest Anfang August innehat.  Beruflich hat sie 2016 den Weg in die Uniklinik Freiburg eingeschlagen, wo sie als Assistentin der Stationsleitung in der Chirurgie tätig ist.
Auch Katharina Kammerer trug bereits eine Krone: 2013/14 war sie Bereichsweinprinzessin ihrer Heimat Bodensee. Sie absolvierte ein Studium in „Lebensmittel, Ernährung und Hygiene” und ist nun in der Qualitätsprüfung tätig. Kim-Lucy Rutz hingegen hat nach der Ausbildung zur Restaurantfachfrau im vergangenen Jahr eine Ausbildung zur Winzerin beim Weingut Franz Keller in Vogtsburg-Oberbergen begonnen. 
Zeit zum Verschnaufen gab es nach der Krönung kaum, denn im Anschluss wurde mit zahlreichen Gästen und einem feinen Buffet aus der Küche von Schloss Eberstein (Gernsbach) sowie ausgewählten badischen Weinen gefeiert. Am darauffolgenden Montag stand ein professionelles Foto-Shooting beim Badischen Weinbauverband auf dem Programm, gefolgt von der Dirndl-Anprobe bei Hannelore Hirtler in Endingen.
Magdalena Malin krönte die Thronfolgerinnen
Die Krönung der Nachfolgerinnen übernahm die scheidende Badische Weinkönigin Magdalena Malin. „Das Amt ist mehr, als eine Krone zu tragen und zu lächeln”, fasste sie zum Abschied zusammen. „Wir konnten das Weinland Baden kennenlernen  und unser Weinwissen vertiefen.” Dass die drei Botschafterinnen ihre Aufgabe mit großem Engagement erfüllt hätten, lobte Christina Lauber, Geschäftsführerin der Badischer Wein GmbH. Weinbaupräsident Kilian Schneider dankte darüber hinaus den jungen Frauen, die es trefflich verstanden hätten, für den Badischen Wein zu begeistern. Schließlich gratulierte Freiburgs erster Bürgermeister Otto Neideck in Vorfreude auf das bevorstehende Freiburger Weinfest. Die  Weinhoheiten werden das sechstägige Fest rund ums Freiburger Münster am Donnerstag, 6. Juli, um 18 Uhr beim Historischen Kaufhaus eröffnen. Nicht zuletzt war es Franz-Xaver Grunwald eine Herzensangelegenheit, der neu gewählten Badischen Weinkönigin den Schlüssel zu ihrem Dienstwagen, einem goldfarbenen Golf, zu überreichen. Dass er dies schon zum 25. Mal tat, veranlasste den Autohaus-Seniorchef, die gefahrenen Kilometer hochzurechnen: In den zurückliegenden Jahren umkreisten die Hoheiten demnach einmal die Erde. 
Zum 25. Mal stellt Franz-Xaver Grunwald (ganz links), Autohaus Gehlert, das Dienstfahrzeug zur Verfügung. Bei der Übergabe dabei: Weinbauverbands-Geschäftsführer Peter Wohlfarth, Badische Weinkönigin Franziska Aatz, Bürgermeister Otto Neideck, Weinbaupräsident Kilian Schneider (von links).