Weinbauverband | 04. August 2020

Verband empfiehlt 80 Hektoliter

Von der Redaktion
Für den Jahrgang 2020 hat der Badische Weinbauverband eine Ertragsempfehlung an seine Mitglieder herausgegeben. Diese Maßnahme ist ein erster Ausblick auf zukünftige Profilierungsmaßnahmen der Schutzgemeinschaft Baden.
Die Ertragsempfehlung von 80 Hektolitern pro Hektar ist nicht verbindlich.
Der Verband empfiehlt seinen Mitgliedern einen durchschnittlichen Hektarertrag von 80 statt der üblichen 90 Hektoliter je Hektar. „Unsere Empfehlung ist ein Fingerzeig in Richtung Zukunft, denn mit der bevorstehenden Weingesetzänderung werden viele Entscheidungen an die Schutzgemeinschaften der Anbaugebiete übertragen. Somit können wir flexibler auf das Marktgeschehen reagieren und gleichzeitig die Spezifikationen der unterschiedlichen Qualitätsstufen beeinflussen”, erklärt Geschäftsführer Peter Wohlfarth.
 „Aktuell sieht die Rechtsverordnung des Landes Baden-Württemberg noch nicht vor, dass die Schutzgemeinschaft eine Ertragsreduzierung verbindlich vorgeben kann. Eine entsprechende Änderung werden wir aber bei der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) beantragen, um die Erzeugnisse der geschützten Ursprungsbezeichnung Baden qualitativ weiterentwickeln zu können. Solche Maßnahmen zahlen letztlich auf unsere angestrebte Profilierung ein”, so Wohlfarth.
Zugleich betont der Geschäftsführer, dass ertragsreduzierende Maßnahmen nicht in allen Qualitätsstufen und auch nicht bei allen Sorten in gleichem Maße sinnvoll sind.  Weingüter und Genossenschaften, die der Empfehlung des Verbandes folgen wollen, müssten in Abhängigkeit von Sorte, Qualitätsstufe und Absatzmöglichkeit selbst entscheiden, wo sie ertragsregulierende Maßnahmen vornehmen.
Spezifikationen selbst anpassen
„In diesem Punkt vertraue ich voll und ganz auf die Erfahrung der Betriebsleiter. In Summe ist ein Durchschnittsertrag von 80 Hektolitern je Hektar sicher eine gute Zielgröße”, sagt Wohlfarth. Die Empfehlung des Verbandes fand einstimmige Zustimmung bei einer Versammlung der Schutzgemeinschaft am 29. Juni in Oberbergen.
Nach dem Leitsatz: „Je enger die Herkunft, desto höher die Qualität” werden die Schutzgemeinschaften künftig die Spezifikationen innerhalb der Herkunftshierarchie (Gebiets-, Bereichs-, Orts- und Lagenwein) selbst anpassen können. Dabei steht künftig nicht mehr das Mostgewicht als einziger Qualitätsparameter im Vordergrund.
In ganz Europa haben Schutzgemeinschaften und Konsortien der unterschiedlichen Anbaugebiete auf die beiden mengenmäßig überdurchschnittlichen Jahrgänge 2018 und 2019 mit vergleichbaren Maßnahmen reagiert. Baden gibt als erstes deutsches Anbaugebiet eine entsprechende Empfehlung für den Jahrgang 2020 aus.